Stellungnahme zum neuen Staatsschutzgesetz

Mit 1. Juli 2016 ist das neue Staatsschutzgesetz in Kraft getreten. Dieses Gesetz bringt viele Neuerungen mit sich, die den Handlungsspielraum staatlicher Behörden massiv ausweiten. Es ist unbedingt notwendig, dass AntifaschistInnen, AktivistInnen und alle aktiven Personen sich damit auseinandersetzen, um sich besser vor Repression und Staatsgewalt schützen zu können.

Seit 1. Juli dieses Jahres hat das BVT, Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung, zahlreiche neue Kompetenzen. Es kann auf Grundlage zweier Gesetze agieren, dem Polizeilichen Staatsschutzgesetz und dem Sicherheitspolizeigesetz. Also eine Behörde die Polizei und Geheimdienst in einem ist. Diese haben das Recht zur Überwachung, ohne jeden Beweis und ohne Kontrolle von Richter und Staatsanwalt. Sie können nur aufgrund eines Verdachts tätig werden, Hausdurchsuchungen machen, uvm..

Vor allem muss beachtet werden, dass diese Behörde Zugriff auf alle personenbezogenen Daten von Behörden, wie Internet, Telefon, Bus, Fluglinien etc. genießt und diese auch mit ausländischen Geheimdiensten austauschen kann. Weiters ist mit dem Staatsschutzgesetz die Vorratsdatenspeicherung wieder eingeführt worden. Alle Daten können nun 6 Jahre gespeichert werden, aber die Personen die darauf Zugriff nehmen, werden nur 3 Jahre lang gespeichert.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die neuen Bestimmungen zu V-Leuten (Vertrauenspersonen), die nicht-polizeiliche, zivile Personen sind, die gegen Belohnung Informationen liefern. Neu dabei ist, dass diese auch ohne konkrete Beweise und Straftaten eingesetzt werden können. Es ist wichtig, gut aufzupassen wem welche Informationen weitergeleitet werden, sowie Anquatschversuche und verdächtige Situationen weiterzuleiten.

Das Staatsschutzgesetz bedeutet somit Repression ohne konkreten Beweis. Wir müssen hingegen unsere Solidarität gegen ihre Repression stellen, denn die Solidarität ist unsere stärkste Waffe.

Informiert euch darüber, bleibt wachsam und aktiv!
Leitet verdächtige Situationen und Personen an Leute eures Vertrauens weiter!
Werdet Mitglieder der Roten Hilfe, so können wir die Solidarität organisieren und der Repression gemeinsam entgegentreten!

Rote Hilfe Tirol

 

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Freiheit für die ATIK-Genoss_innen!
Freiheit für Musa!

Anfang April 2015 wurden 12 Mitglieder der ATIK (Avrupa Türkiyeli Isciler Konfederasyonu; Konföderation der Arbeiter_innen aus der Türkei in Europa) bei Polizei-Razzien in Deutschland, Frankreich, Griechenland und der Schweiz verhaftet. Darunter auch der Innsbrucker Genosse Musa D.
Den Genoss_innen wird vorgeworfen, als Mitglieder der TKP/ML (Türkische Kommunistische Partei/Marxisten-Leninisten) über die "Auslandsorganisation" ATIK "terroristische Aktivitäten" finanziert zu haben (Pressemitteilung der deutschen Generalbundes-Anwaltschaft, 16.4.2015)

Die ATIK-Mitglieder hätten die Paragraphen 129a und 129b des deutschen Straf-Gesetzbuches begangen: Bildung und Finanzierung terroristischer Vereinigungen im Ausland. Tatsächlich aber scheint die TKP/ML nicht auf der EU-Terror-Liste auf. Auch der vorgeworfene "bewaffnete Kampf" zielte in den letzten Jahren auf islamistische Gruppen - die mittlerweile wohl auch die Feinde der westlichen bürgerlichen Staaten sind. Die deutschen Repressions-Behörden legten bis heute keine Beweise vor, die ein solch massives Vorgehen gegen die ATIK-Genoss_innen rechtfertigen würde. Der Prozessbeginn ist für Juni 2016 angesetzt.


Aber es scheint den deutschen Repressions-Behörden zu genügen, um die Genoss_innen monatelang in Isolationshaft zu halten. Wir erinnern uns: die Nazi Beate Zschäpe, mitverantwortlich für zehn rassistisch motivierte Morde, war keinen einzigen Tag in Isolationshaft. Die ATIK-Mitglieder sind in verschiedenen Gefängnissen (JVA) in Bayern aufgeteilt. Immer wieder fanden vor den Gefängnissen Solidaritäts-Kundgebungen statt, zuletzt am 7. November 2015.

Als Rote Hilfe Tirol fordern wir:
Die sofortige Entlassung der gefangenen Genoss_innen der ATIK!
Freiheit für alle politischen Gefangenen!

Impressum:

Rote Hilfe Tirol | Schöpfstraße 9/Parterre | A-6020 Innsbruck

www.rote-hilfe.at | vorstand(at)rote-hilfe.at

IBAN: AT39 4300 0100 0001 1941 | BIC: VBOEATWW | Empfängername: Rote Hilfe

ZVR: 954166332

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